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Wissenswertes

Hier finden Sie diverse Beiträge zu interessanten Themen in Sachen Hundeerziehung.

Literaturliste:

Hundebücher älteren Datums können aus heutiger Sicht als veraltet angesehen werden, da die Methoden der Hundeerziehung und Erklärungen von Verhaltensweisen nicht dem heutigem Wissensstand entsprechen. Leider wird gerade auf diesem Sektor viel voneinander abgeschrieben und somit findet man auch in jüngerer Literatur so manche veraltete Erziehungsmethode wieder. Wir haben uns bemüht, eine überschaubare Literaturliste zusammenzustellen, die Bücher enthält, die dem Hundebesitzer die wichtigsten Grundlagen vermitteln. Der Animal Learn Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle guten Hundebücher ins Deutsche zu übersetzen und zu publizieren. Sie finden dort Bücher verschiedener berühmter Hundetrainer, wie von Anders Hallgren, Turid Rugaas, James O’Heare etc.

Grundlegende Literatur:

  • Jean Donaldson (2000): Hunde sind anders, Franck-Kosmos Verlag
  • Turid Rugaas (2001): Die Beschwichtigungssignale der Hunde, Animal Learn Verlag (auch als Video oder DVD erhältlich)
  • Martina Nagel & Clarissa von Reinhardt (2003): Stress bei Hunden, Animal Learn Verlag
  • Anders Hallgren (2003): Rückenprobleme beim Hund, Animal Learn Verlag
  • Barry Eaton (2003): Dominanz - Tatsache oder fixe Idee,  Animal Learn Verlag
  • James O’Heare (2005): Dominanztheorie bei Hunden, Animal Learn Verlag
  • James O’Heare (2004):  Das Aggressionsverhalten der Hunde, Animal Learn Verlag
  • Dorothée Schneider (2005): Die Welt in seinem Kopf. Über das Lernverhalten von Hunden
  • Viviane Theby (2006): Verstehe deinen Hund
  • Immanuel Birmelin: Schlauer Hund, Gräfe und Unzer. So fördern Sie, was in ihm steckt.

 

Erziehungsbücher und Trainingsbücher:

  • Viviane Theby: Das Kosmos Welpenbuch (2004), inkl. Geräuschkassette
  • Celine del Amo: Trainingskarten
  • Viviane Theby: Schnüffelstunde, Kynos-Verlag
  • Viviane Theby: Wir schnüffeln weiter, Kynos-Verlag

 

Spezielle Retrieverbücher:

  • Norma Zvolsky (2007): Die Retrieverschule für Welpen
  • Anne Bogaerts (2006): Die drei Charaktere
  • Antonisse Szida (2004): Die drei Apporte

 

Für diejenigen, die mehr über Hunde wissen wollen:

  • Ray & Lorna Coppinger Hunde, Animal Learn Verlag
  • Fedderson Peterson, Hundepsychologie

Das schönste Buch über Hunde, das je geschrieben wurde:

  • Suzanne Clothiers: Es würde Knochen vom Himmel regnen, Animal Learn Verlag

 

Welcher Hund passt zu mir ?

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, aber die Tatsache, dass 1000 Hunde und 1000 Katzen aus dem Wiener Tierschutzhaus ein neues Zuhause suchen, sprechen für sich.

Sich für einen Hund zu entscheiden, ist eine ähnlich schwerwiegende Entscheidung, wie zu heiraten oder Kinder in die Welt zu setzen. Gewiss, Hunde werden nicht so alt wie wir Menschen, aber dennoch begleiten sie uns viele Jahre unseres Lebens. Wir sind ihr Lebensmittelpunkt und tragen daher die Verantwortung für sie, in schlechten, wie in guten Zeiten. Sollten Sie jetzt denken, Hunde sind ja "nur" Tiere, dann sollten Sie Ihren Entschluss wieder revidieren und sich einen Keramikhund anschaffen. Mit einem lebenden Vierbeiner werden Sie mit Sicherheit nicht glücklich werden.

Hunde sind fühlende Lebewesen, Individuen mit einer eigenen Persönlichkeit und haben das Recht mit Achtung und Respekt behandelt zu werden. Damit meine ich nicht, dass Sie sich von Ihrem Hund auf der Nase herumtanzen lassen sollen, aber ein freundlicher, respektvoller Umgang ermöglicht es Ihnen erst eine wirklich enge Beziehung einzugehen.

Falls Ihre Kinder sich einen Hund wünschen oder der Psychologe Ihnen rät, Ihrem Kind zuliebe einen Hund anzuschaffen, bedenken Sie bitte, dass ein Hund weder als

  • Spielzeug, noch als
  • Geschwisterersatz, noch als
  • Babysitter geeignet ist.

Hier finden Sie einige Fragen, die Ihnen helfen sollen herauszufinden, ob Sie tatsächlich dazu bereit sind, mit Ihrem Hund Ihr Leben zu teilen.

  • Sind Sie bereit, sich eingehend mit dem Thema Hundeerziehung zu beschäftigen?
  • Sind Sie bereit, sich mit einem andersartigen Lebewesen auseinander zu setzen?
  • Haben Sie viel Freizeit?
  • Können Sie sich vorstellen, mit einem Welpen alle 2 Stunden hinaus zu gehen, auch wenn es draußen kalt ist, regnet oder es mitten in der Nacht ist? Sind Sie bereit, ihn die ersten Wochen zu Hause so gut wie NIE aus den Augen zu lassen?
  • Sind Sie sicher, dass Sie sich nicht über Häufchen oder Lackerl auf dem Teppich ärgern werden?
  • Oder über ein angeknabbertes Stuhlbein bzw. Sofa?
  • Ist es Ihnen möglich, den Hund die ersten Lebensmonate überhaupt nicht alleine zu  lassen  und später längstens 4 - 5 Stunden (nach vorhergehender Gewöhnung)?
  • Sind Sie bereit, für eine gute Sozialisierung zu sorgen und notfalls auch weitere Strecken zu fahren um ihm Kontakt mit Artgenossen täglich zu ermöglichen und um eine gute Hundeschule zu besuchen?
  • Sind Sie bereit, auch bei Schnee und Regen mind. 3 Mal am Tag mit ihm hinauszugehen ?
  • Können Sie ihrem Hund täglich Kontakt zu Artgenossen ohne Leine und einen Spaziergang im Grünen bieten?
  • Sind Sie bereit, Ihre Urlaubsziele so zu wählen, dass sich auch ihr Hund dort wohl fühlt?
  • Können Sie sich vorstellen, auf eine Auslandsreise oder die gewohnte Sylvesterparty zu verzichten, wenn Sie keine Möglichkeit haben, ihn gut unterzubringen (Vertrauensperson, geschulter Hundesitter  - Tierpension ist keine Lösung!)? Rechnen Sie damit, dass Versprechungen aus dem Bekanntenkreis diesbezüglich nicht immer gehalten werden.
  • Sind Sie bereit, kompetente Beratung aufzusuchen, wenn sich ein Verhaltensproblem zu entwickeln droht?
  • Sind Sie bereit, auch bei schwerwiegenden Erkrankungen Ihrem Hund eine bestmögliche medizinische Versorgung zu ermöglichen?
  • Sind Sie bereit, die Verantwortung für ein Lebewesen auf sich zu nehmen, ein ganzes Hundeleben lang?
  • Wenn Sie alle diese Fragen mit JA beantworten können, herzliche Gratulation. Sie gehören zu jenen Menschen, die tatsächlich bereit sind, einen Hund ein gutes Zuhause zu geben.


Was Sie noch bedenken sollten

Züchter und viele schlaue Hundebücher wollen uns weismachen, dass Hunde enorm anpassungsfähig sind und sich daher problemlos an die Lebensumstände ihrer Besitzer gewöhnen lassen. Demnach könnte man Hunde problemlos 6 – 8 Stunden zu Hause lassen, Hunde im Garten halten; manche Rassen bekommen das Etikett „kinderlieb“ umgehängt, typische Arbeitshunde (Deutsch Kurzhaar und Weimaraner) werden in Haushalte in der Stadt verkauft und als Familienhunde angepriesen.
Es stimmt: Hunde sind anpassungsfähig, jedoch haben sie, abgesehen von Futter und frischem Wasser, weitere Grundbedürfnisse, über die man sich als Hundebesitzer im Klaren sein sollte.

Viele Hunde machen den Anschein, dass sie mit diesem Leben zurecht kommen. Solange der Hund sich unauffällig benimmt, wird vielen Besitzern erst gar nicht bewusst, dass dem nicht so ist. Die Folge sind in sich zurückgezogene (vermeintlich brave) Hunde, die den Rückzug nach innen  angetreten haben, weil sie mit ihrem Alltag nicht zurecht kommen, Hunde, die Allergien, Magen–Darm Erkrankungen (Gastritis, Geschwüre) und sogar Krebs entwickeln. In den seltensten Fällen wird eine solche Erkrankung mit Stress in Verbindung gebracht.

Sichtbar wird das Problem eher bei verhaltensauffälligen Hunden. Extrovertierte Hunde, die unter Stress stehen, neigen eher zu aggressiven Verhaltensweisen, sei es in einer Form der Autoaggression (Extremitäten, Schwanz anknabbern, Pfoten lecken etc.) oder Aggressionsverhalten gegenüber Artgenossen. Häufig wird aber auch hier nicht Stress als Ursache erkannt und das Verhalten entweder als „normal“ und „dominant“ angesehen und toleriert. Oftmals aber wird der Hund dafür bestraft. Beides ist fatal. Hier beginnt sich die Spirale zu drehen und nicht selten landen solche Tiere im Tierheim. 

Fest steht, dass ein Großteil der Hundebesitzer ihren Hunden zu viel zumuten, zu hohe Erwartungen in sie setzen, denen ein Hund niemals gerecht werden kann.

Alleine in den Monaten Jänner bis Juni 2005 wurden 400 Hunde im Wiener Tierschutzheim abgegeben. Wie kommt das?
Durch meine Tätigkeit als Verhaltensberaterin bekomme ich ein wenig Einblick in die Problematik. Häufig werden Hunde unüberlegt angeschafft, als Geschenk gekauft, aus falsch verstandener Tierliebe aus dem Urlaubsland mitgenommen, obwohl man gar keinen Hund haben möchte, nicht zu vergessen die zahlreichen Hunde, die von Tierschutzorganisationen ins Land geholt und an völlig ungeeignete Plätze vermittelt werden. Viele dieser Hunde kommen mit ihrer neuen Umgebung nicht zurecht, oft sind die Hundebesitzer mit ihrer neuen Aufgabe völlig überfordert, da die Hunde aufgrund ihrer Vorgeschichte bereits Verhaltensprobleme mitbringen und die neuen Hundebesitzer über zu wenig Wissen und Erfahrung verfügen.

Daher bitte ich Sie – treffen Sie nicht leichtfertig eine Entscheidung und vor allem, lassen Sie sich Zeit mit der Auswahl!